Juli 2009 Archive

Große Teller mit riesigen Portionen, die auch noch gut schmecken? Klingt nach billiger Imbißbude, an der es nur wegen des eigenen Heißhungers und verschwenderischer Verwendung von Natriumglutamat "gut" schmeckt? Aber nein!

Richtig ist, daß die Portionen im "Korfu" wirklich groß sind. Falsch ist die Annahme, sie schmeckten nur mit Heißhunger und Geschmacksverstärker gut. Denn im Korfu bekommt man gute Qualität aus frischer Küche und zu günstigen (nicht billigen!) Preisen.
Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein griechisches Restaurant, in dem man sich gut und gerne ein Vier-Gänge-Schlemmer-Menu zusammen stellen kann.
Zusätzlich bietet es im Frühjahr und Herbst die Möglichkeit zu einem Sonntagsbrunch oder -abendbuffet, was eine gute Gelegenheit ist, um die Küche kennen zu lernen.

Auf der Speisekarte gibt es eine Vielzahl von heimischen und hellenischen, kalten und warmen Vorspeisen. Suppen und Salaten. Im Anschluß kann man sich typisch griechische Spezialitäten schmecken lassen. Und wenn man sich - wie wir - mal wieder nicht entscheiden kann ob der vielen Leckereien, gibt es eine Reihe von Grilltellern mit verschiedenen Fleischkomponenten. Sowohl für eine Person als auch für zwei oder mehr Leute.
Verschiedene Desserts, bestehend aus Eisbechern oder griechischen Nachspeisen, wie Joghurt mit Honig und Nüssen, Galaktobureko oder Halvas runden den Abend im Korfu ab.

Die Bedienung ist sehr freundlich, gelassen und nichts scheint ein Problem darzustellen. Außerdem wissen sie sogar noch, was man beim letzten Besuch bestellt hat. :-)
Die Räumlichkeiten strahlen eine frische Gemütlichkeit aus. Hell und freundlich, mit griechischen Motiven an den Wänden und durch Zimmerpflanzen abgeteilten Tischen kann man sich hier durchaus wohl fühlen.

Das Korfu ist eine Ausgehgelegenheit für jeden Tag, wenn man nichts besonderes, aber einfach leckeres Essen möchte.

Cantina Stuttgart

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... oder die Sache mit dem Zirkelschluß.

Wie lange haben wir in Stuttgart eine Bar gesucht, die einfach nur ein wenig wie das Aquí wäre (über das war später noch berichten), und so ganz anders als das, was man in der Innenstadt sonst so findet: Glas, eng beeinander stehende Tische und Schicki-Micki-Massenabfertigung. Nein, gemütlich soll es sein, zum Wohlfühlen und Verweilen einladen. Nicht zum Gesehen-Werden will ich ins Café, nicht wegen irgendwelcher angesagter Cocktail-Mode, sondern zum Verweilen, und natürlich, um ungestört mit meiner Begleitung bei einem Glas erzählen zu können, ohne das Gefühl zu haben, mitten auf der Bühne zu sitzen.

Was das fast provinziale Aquí so heraushebt, ist genau das Verständnis dieser Tatsache. Und dabei schafft es das Café gleichzeitig, das Gefühl zu vermitteln, an einem anderen Ort zu sein. Und damit sind wir wieder bei der Cantina, denn die bildet tatsächlich eine kleine mexikanische Oase inmitten der ach so kosmopolitischen Stuttgarter Innenstadt, die auf traurige Weise trotzdem ihre schwäbischen Wurzeln nicht verleugnen kann, Glastische hin, schicke Klamotten her.

Den eintretenden Gast empfängt eine atmosphärische Inneneinrichtung. Der große Raum ist durch Nischen, leicht erhöhte Bereiche und hüfthohe Mäuerchen abgetrennt und bleibt damit abwechselungsreich. Wuchtige, schlichte Holzmöbel und die kräftige Wandfarbe im Orangeton schaffen es, das angestrebte Flair glaubhaft zu vermitteln. Auch im Außenbereich hat man das kleine Kunststück geschafft, gemütliche Plätze zu schaffen, die trotz der großen Menge an Sitzgelegenheiten nicht den Eindruck aufkommen lassen, zusammen mit dem Rest die Herde auf dem Präsentierteller abgeben zu müssen. Stattdessen läßt einem die Aufstellung das Gefühl, für sich zu sein -- und das, obwohl sich die Cantina gewissermaßen im Durchgangsbereich zur nächsten U-Bahn-Station befindet. Trotzdem ist nie das Gefühl da, mitten auf der Straße zu sitzen.

Schmerzhaft sind allerdings die Preise, die auf leider gewohnt hohem Landeshauptstadtsniveau sind. Den Cocktail für etwa acht Euro muß man erst einmal verdauen, und das liegt nicht am Alkohol. Schade, denn die Mixtur stimmt. Zum Glück gibt es eine Happy Hour bis 21:00 Uhr, zu der man für schlappe 4,80 EUR Cocktails bestellen kann. So läßt sichs leben!

Die restliche Getränke-, aber vor allem die Speisekarte haben wir leider noch nicht genügend untersuchen können, um eine gute Einschätzung abgeben zu können. Die knappe halbe Stunde hat uns aber überzeugt: Hier kommen wir gerne noch einmal hin.

Blockhouse Stuttgart

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Dieses Steakhouse in der Stuttgarter Eberhardstraße ist eine von zwei Filialen der Kette in der schwäbischen Metropole. Wir waren schon öfters hier zu Gast, doch der gestrige Abend war wohl vorerst der letzte hier. Denn es gibt einfach zu vieles, was wir bis September noch in Stuttgart unternehmen wollen. ;-)

Das Blockhouse ist gut frequentiert, deswegen empfiehlt sich eine Reservierung, wenn man nicht unbedingt zu Stoßzeiten auf den nächsten freien Tisch warten will. So geschehen auch diese Woche, wobei ich am Telefon noch um einen ruhigen Tisch bat. Wurde auch vermerkt, doch der Tisch, zu dem wir geführt wurden, war leider alles andere als ruhig. In diesem Teil des Raumes zwar am Rande gelegen, aber direkt an einem Durchbruch zum nächsten Raumteil. So saßen wir im Prinzip doch "mittendrin", von allen Seiten drangen lautstarke Gespräche zu uns und eine normale Unterhaltung war fast nicht möglich. Dazu trugen besonders die sechs Teenies  bei, die schräg gegenüber lautstark Geburtstag feierten. Und als diese endlich gingen, eine Familie mit zwei herum springenden und kreischenden Kindern, deren Eltern sich nicht wirklich dafür interessierten, ob die Kiddies jetzt am eigenen Tisch oder bei anderen Gästen auf dem Tisch rumpatschten.

Durch den räumlichen Aufbau merkt man, wie "belebt" dieser Ort ist. Man ist ein Gast unter vielen und die Individualität fehlt eher. Es erinnert ein wenig an die typisch amerikanischen Steakhouseketten, obwohl es eine deutsche ist.

Doch abgesehen davon stimmte es wieder. Der Service freundlich und korrekt, das Essen sehr lecker. Diesmal entschieden wir uns für das "Huftsteak" medium (160g) mit Pommes frites, Blockhousebrot und einer kleinen Coleslaw-Beilage sowie das "Sommermärchen" in Form von zwei kleinen Rindermedaillons mit Beilagengemüse, dem klassischen Blockhousebrot und der baked potatoe mit sour cream. Die Wahl fiel nicht leicht ob der vielen leckeren Steaks auf der Speisekarte.
Das Fleisch schön rosa gebraten, sehr saftig und zart, ein Geschmackserlebnis. Durch das Rindercarpaccio mit Parmesan und Rucola, das es zur Vorspeise gab, und unsere Hauptspeisen wurden wir gut gesättigt, wenn auch die Medaillons kleiner ausfielen als erwartet.

Klassischerweise gehören im Blockhouse zu den Steaks, die es hauptsächlich vom Rind, aber auch vom Lamm oder der Pute gibt, eine große baked potatoe mit sour cream und ein etwa 20cm langes Stück Baguette-Weißbrot mit Knoblauchbutter überbacken, das "Blockhousebrot". Besonders das Brot ist empfehlenswert, wir bestellen immer eine Portion extra. :-)
Die Beilagen kann man beliebig tauschen, so gibt es auch Kartoffelgratin, Pfannengemüse, Spinat und verschiedene Saucen zum Dazubestellen. Ach ja, und natürlich die tolle Kräuterbutter, die auf dem heißen Steak zerlaufen einfach umwerfend gut schmeckt.
Auf der Karte stehen auch andere Snacks aus dem "American Bistro", wie Burger und der Barbecue-Teller, vegetarische Gerichte und auch Fisch und Scampi sind zu finden.
Das Fleisch wird auf einem Lavasteingrill gebraten, welcher durch die große Hitze den Saft im Fleisch belässt und dieses sehr würzig und mit rundem Geschmack auf den Teller bringt.

Zu den Speisen werden verschiedene Weine aus Frankreich, Australien, Spanien, Argentinien und Chile angeboten. Der chilenische Rotwein, ein trockener Cabernet-Sauvignon namens "Terra Noble", harmoniert mit seinem erdigen, vollen Geschmack perfekt mit dem saftigen Fleisch.
Wer lieber Weißwein oder Rosé mag, findet diesen aus eher heimischen Gefilden.

Preislich ist das Blockhouse für das gute Angebot vollkommen in Ordnung, von den kleineren Snacks aus dem "American Bistro" für den eher schmalen Geldbeutel bis zu hochwertigen Steaks der etwas gehobeneren Preisklasse ist alles dabei.

Die 1968 von Eugen Block in Hamburg gegründete Kette ist leider nur in wenigen großen Städten anzutreffen, so gibt es in Deutschland zwar 34 Filialen, aber bei der örtlichen Verteilung klaffen (noch?) große Lücken: So existieren zwar gleich zwei in Stuttgart, in Richtung Norden gibt es die nächste aber erst in Frankfurt - wehe, man wohnt irgendwo dazwischen...!

Fazit: Leckeres Essen, aber wer einen ruhigen Abend verbringen will, sollte lieber ein anderes Mal herkommen.


Towers Pub Ludwigsburg

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DSC_0316.jpegDieser urgemütliche Pub liegt gut erreichbar am schönen Marktplatz von Ludwigsburg.
2007 erhielt er den "best new location Award" und wenn auch nicht mehr neu, so ist er doch der lohnenswerteste Ort in der Umgebung, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Wie ich leider erst nach fast drei Jahren in Stuttgart festgestellt habe.

Eingerichtet ist der Pub mit alten, englischen Kirchenmöbeln, die ruhige Nischen schaffen oder auch die Möglichkeit geben, mitten im Geschehen zu sitzen. Die Wände und Decke sind mit typisch irischen Malereien aus Ranken- und Knotenmustern und reichlich Bildern und Accesoires von den Inseln geziert.
Natürlich fehlt auch nicht die entsprechende Musik, Celtic Folk läuft in einer Lautstärke, die Gespräche ungestört zulässt und ein heimeliges Ambiente schafft.

Aber nun zum Wichtigsten in einem Pub: die Getränke! :-)
Natürlich gibt es draughts -  Guinness, Kilkenny, Black'n'Tan - aber auch eine reiche Auswahl an Cider, Whiskey und Whisky. Soft drinks, hot drinks, und für einen Pub eine erstaunlich große und gute Cocktailkarte sind hier zu finden. Und auch die Weinauswahl ist erwähnenswert. Italien, Spanien, Frankreich, für den kleinen und den großen Geldbeutel, hier findet gewiss jeder etwas.
Am besten bringt man auch Hunger mit, denn die Speisekarte lässt einem das Wasser im Munde zusammen laufen. Neben Irish food gibt es Salate, Finger food, Mexikanisches, Wraps, Steaks and Chicken und: die Towers-Burger! Hier hat man die Wahl zwischen 180g oder 340g Fleisch, das als einfacher Hamburger, als Cheeseburger oder als Towersburger daher kommt. Der Towersburger besticht mit Salat, Gurke, Zwiebel, Tomate, Champignons, Käse und gebratenem Speck  - einfach lecker! Dazu gibt es frische "chips", ein kleiner Berg riesiger Pommes frites.
Wer danach noch nicht satt ist, kann sich einem Geschmackserlebnis der Dessertkarte hingeben. Hier ist unbedingt der Apfel-Zimt-Muffin (zum Dahinschmelzen!) mit Vanilleeis und Sahne sowie frischen Früchten, z.B. Beeren und Melone zu empfehlen.

Erschwingliche Preise und der Service hier sind ein weitere Grund, weshalb wir gewiss noch manche Gelegenheit in den wenigen verbleibenden Wochen nutzen werden, um dem Towers einen Besuch abzustatten. Landet zum Beispiel die nervige Fliege dummerweise genau im Jamesons, bekommt man ohne Fragen aber mit reichlich Entschuldigungen einen neuen Whiskey.


Fazit: Wen es nach LuBu verschlägt, unbedingt hingehen. :-)

Sláinte!


Willkommen!

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Herzlich willkommen beim «Savoir Vivre»-Blog, bei dem es hauptsächlich um die Kunst, gut zu leben geht, und das heißt vor allem: Essen und Trinken, denn das hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. In diesem Blog beschreiben wir Autoren Restaurants, Kochrezepte, sprechen Empfehlungen für Getränke aus, und dergleichen mehr -- eben alles, was mit Lebensstil zu tun hat.

Um einen Vorgeschmack auf Kommendes zu zeigen, folgt hier ein kleines Cocktail-Rezept für alle, die gerne Campari & Co trinken; sprich: es bitter mögen. Prost!

  • 4cl Weißer Rum,
  • 1cl Triple Sec,
  • 2cl Wermut trocken,
  • 1cl Wermut rot,
  • Ein Schuß Grenadine

Das ist das Rezept für den Cocktail «El Presidente», wie er sich beispielsweise auf Leos Bar findet.
Nun bin ich aber ein besonderer Freund von bitteren Cocktails, also habe ich das Rezept durch Experimentieren abgewandelt:

  • 4cl Weißer Rum,
  • 2cl Triple Sec,
  • 3cl Wermut trocken,
  • 2cl Wermut rot,
  • ein Schuß Monin Bitter

Wahlweise ersetze ich bisweilen auch den Bitter durch Campari. Für den trockenen Wermut hat sich der von Noilly & Prat sehr bewährt. Beim Weißen Rum kann man wenig verkehrt machen, auch Angebote von Aldi und Lidl lassen sich da sehen -- immerhin geht es hier um weißen, nicht um braunen Rum, bei dem man sehr wohl starke Qualitätsunterschiede feststellen kann.

Demnächst folgen Berichte von Restaurants, in denen ich gespiesen habe, und andere empfehlenswerte Rezepte. Und dabei wird es nicht nur um Alkohol gehen, keine Sorge! :-)

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